Sie kamen, sahen und staunten. „Ein sehr ambitioniertes Projekt“, lobt LAG-Vorsitzender Frank, die Verbindung von Raumentwicklung und Kunst biete spannende Perspektiven. Daniel, der Samtgemeinde-Bürgermeister zeigt sich beeindruckt, „wie viel Zeit, Engagement und Durchhaltevermögen“ hier zum Ausdruck kämen und Anja, die LEADER-Regionalmanagerin bekennt, dergleichen noch nie gesehen zu haben. Vor allem die Möglichkeit für die Besucher, „Kunstwerke interaktiv mitgestalten zu können“, hebt sie hervor.
Was ist Realität? Für Anja das, was sie mit ihren Sinnen er-fassen kann; sie könne sich nicht vorstellen, dass die virtuelle Realität in dieser Hinsicht gleichberechtigt neben die physische Realität treten könnte. Daniel ist sich da nicht so sicher, die technische Entwicklung könne womöglich auch Tast- und Geruchssinn ins Virtuelle holen, aber er finde es wichtig, beide Realitäten auseinander zu halten. Frank verweist auf die Erfahrungen in der Coronazeit, als viele Menschen ihre Kontakte online und auch virtuell weiterführten. In der Arbeitswelt sei davon viel zurückgeblieben und auch für einsame Menschen könne er sich da künftig durchaus vorstellen, dass die Virtuelle Realität ihnen einen Ersatz für den zwischenmenschlichen Kontakt bieten könne. Aber Gefühle, gibt Anja zu bedenken, Gefühle virtuell auszutauschen dürfte schwierig bleiben.
Doris, vom Kreisverband der Landfrauen in Osterode, möchte sich alternative Realitäten nicht vorstellen. „Realität ist für mich dieser Raum hier, mit seiner Dekoration aus zerdrückten Tuben“. Petra, ebenfalls von den Landfrauen, findet das Projekt spannend und faszinierend, gibt aber auch zu, mit dem Thema zu fremdeln. „Vielleicht bin ich deshalb auch erst zweimal an dem Haus vorbeigefahren“, vermutet sie.
Karl, ehemaliger Forstwirt und Vorsitzender der regionalen Jägerschaft, zeigt sich mit virtuellen Verfahren vertraut: „das kenne ich aus der Forstwirtschaft, da lernen wir die Veränderungen im Wald zu simulieren, bevor beispielsweise ein Baum gefällt wird“. Er könne sich daher gut vorstellen, dass es zu einem fließenden Übergang von der physischen Realität zur virtuellen komme, weil die VR bei der Ausbildung eine große Hilfe sei. Auch Verena, Leiterin des Fachbereichs Bauen der Stadt Osterode, hat als Architektin Erfahrung mit Simulationen. Bei der Frage nach der Realität möchte sie allerdings auf der gebauten Wirklichkeit beharren. Die Stadt habe das Projekt ja sehr unterstützt, das war ja etwas ganz Neues: Bleistifthaus? Schwarmkunst?? Umso mehr zeigt sie sich jetzt „total begeistert“, es sei eine „richtig gute Idee, alltägliche Dinge wie Bleistifte in Kunst umzuwandeln“.
Wie erlebten die Teilnehmer ihre ersten Berührungen mit der virtuellen Realität? Rolf, Bürgermeister von Bad Lauterberg, habe einst Informatik studiert, aber sei vorher noch nie in der Virtuellen Realität gewesen. Das sei tatsächlich „eine Art von Realität“gewesen, sagt er. Auch für Christoph von der LAG war es der erste Trip in die VR. Er könne sich durchaus vorstellen, dass diese Technik in Zukunft zahlreiche Anwendungsbeispiele finde. Ob man im Büro nun künftig mit Brille sitzen würde, statt vor dem Monitor, sehe er so noch nicht, aber für Rettungsdienste etwa sei das eine spannende Option.
Neuer Text