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10. 03. 2025 Zum Finale übernehmen die LEADER

Uli Matthias • 16. März 2025

10.03.2025
Zum Finale übernehmen die LEADER

In den vergangenen vier Monaten hat sich viel getan im Bleistifthaus von Lerbach. Mit Hilfe der verschiedenen Workshops konnte nicht nur die professionelle Verzahnung von virtueller und physischer Welt an diesem Ort perfektioniert werden, auch die lokale und regionale Vernetzung machte deutliche Fortschritte. Aus einem der Workshops ging sogar mit „Lerbach leuchtet“ ein weiteres Schwarmkunstprojekt hervor, das sich an Penvolution Realität+ anlehnen möchte. Mehr dazu hoffentlich bald auf dieser Seite.
Es entwickelt sich also einiges im Bleistifthaus und in Lerbach, auch mit freundlicher Unterstützung von LEADER, der europäischen Initiative zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Und weil es immer wieder aufschlussreich ist, wenn diejenigen, die über eine Förderung entscheiden, sich einmal anschauen, was vor Ort mit dem Geld auf die Beine gestellt wird, kamen zum Abschluss der Workshop-Reihe Mitglieder des LEADER-Regionalmanagements und der Lokalen [LEADER] Aktionsgruppe (LAG) Osterode am Harz ins Bleistifthaus.

Sie kamen, sahen und staunten. „Ein sehr ambitioniertes Projekt“, lobt LAG-Vorsitzender Frank, die Verbindung von Raumentwicklung und Kunst biete spannende Perspektiven. Daniel, der Samtgemeinde-Bürgermeister zeigt sich beeindruckt, „wie viel Zeit, Engagement und Durchhaltevermögen“ hier zum Ausdruck kämen und Anja, die LEADER-Regionalmanagerin bekennt, dergleichen noch nie gesehen zu haben. Vor allem die Möglichkeit für die Besucher, „Kunstwerke interaktiv mitgestalten zu können“, hebt sie hervor.


Was ist Realität? Für Anja das, was sie mit ihren Sinnen er-fassen kann; sie könne sich nicht vorstellen, dass die virtuelle Realität in dieser Hinsicht gleichberechtigt neben die physische Realität treten könnte. Daniel ist sich da nicht so sicher, die technische Entwicklung könne womöglich auch Tast- und Geruchssinn ins Virtuelle holen, aber er finde es wichtig, beide Realitäten auseinander zu halten. Frank verweist auf die Erfahrungen in der Coronazeit, als viele Menschen ihre Kontakte online und auch virtuell weiterführten. In der Arbeitswelt sei davon viel zurückgeblieben und auch für einsame Menschen könne er sich da künftig durchaus vorstellen, dass die Virtuelle Realität ihnen einen Ersatz für den zwischenmenschlichen Kontakt bieten könne. Aber Gefühle, gibt Anja zu bedenken, Gefühle virtuell auszutauschen dürfte schwierig bleiben.


Doris, vom Kreisverband der Landfrauen in Osterode, möchte sich alternative Realitäten nicht vorstellen. „Realität ist für mich dieser Raum hier, mit seiner Dekoration aus zerdrückten Tuben“. Petra, ebenfalls von den Landfrauen, findet das Projekt spannend und faszinierend, gibt aber auch zu, mit dem Thema zu fremdeln. „Vielleicht bin ich deshalb auch erst zweimal an dem Haus vorbeigefahren“, vermutet sie.


Karl, ehemaliger Forstwirt und Vorsitzender der regionalen Jägerschaft, zeigt sich mit virtuellen Verfahren vertraut: „das kenne ich aus der Forstwirtschaft, da lernen wir die Veränderungen im Wald zu simulieren, bevor beispielsweise ein Baum gefällt wird“. Er könne sich daher gut vorstellen, dass es zu einem fließenden Übergang von der physischen Realität zur virtuellen komme, weil die VR bei der Ausbildung eine große Hilfe sei. Auch Verena, Leiterin des Fachbereichs Bauen der Stadt Osterode, hat als Architektin Erfahrung mit Simulationen. Bei der Frage nach der Realität möchte sie allerdings auf der gebauten Wirklichkeit beharren. Die Stadt habe das Projekt ja sehr unterstützt, das war ja etwas ganz Neues: Bleistifthaus? Schwarmkunst?? Umso mehr zeigt sie sich jetzt „total begeistert“, es sei eine „richtig gute Idee, alltägliche Dinge wie Bleistifte in Kunst umzuwandeln“.


Wie erlebten die Teilnehmer ihre ersten Berührungen mit der virtuellen Realität? Rolf, Bürgermeister von Bad Lauterberg, habe einst Informatik studiert, aber sei vorher noch nie in der Virtuellen Realität gewesen. Das sei tatsächlich „eine Art von Realität“gewesen, sagt er. Auch für Christoph von der LAG war es der erste Trip in die VR. Er könne sich durchaus vorstellen, dass diese Technik in Zukunft zahlreiche Anwendungsbeispiele finde. Ob man im Büro nun künftig mit Brille sitzen würde, statt vor dem Monitor, sehe er so noch nicht, aber für Rettungsdienste etwa sei das eine spannende Option.


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von Kerstin Schulz 16. März 2025
von Kerstin Schulz 20. Februar 2025
von Uli Matthias 20. Februar 2025
Eine Schulstunde etwas anderer Art: an diesem Mittwoch verlegte die 11. Klasse des altehrwürdigen Tilman-Riemenschneider-Gymnasiums in Osterode ihren Kunstunterricht kurzerhand nach Lerbach ins Bleistifthaus. Hier übten sich die Schüler und Schülerinnen begeistert in zweifacher Hinsicht in bildender Kunst: traditionell handwerklich in der Bearbeitung und Verbauung von haptisch erfahrbaren Bleistiften und per Controller in der Konstruktion „raumgreifender“ virtueller Objekte. Diese doppelte Erfahrung machen zu können, fanden eigentlich alle „interessant“ bis „cool“ und Markus, Raja, Valeria und Jara konnten beiden Formen gleichviel abgewinnen. Insbesondere das virtuelle Bauen wurde von Manu, Linus, Malte, Mika und Willy geschätzt, während Jana, Hanne, Bineh und Lia das Handwerkliche präferierten. Auch Isabell hatte ihren Spaß am manuellen Bauen, fand jedoch das Bohren und Sägen deutlich anstrengender, als das lockere Platzieren virtueller Bleistifte. Nicht zuletzt die Arbeit in der Gruppe wurden von mehreren Schülern und Schülerinnen hervorgehoben. Gemeinsam an so einem Projekt arbeiten zu können, sei cool gewesen, meinte Jara. Zudem trafen die Elftklässler beim Bleistifthaus auch auf die Vorarbeiten der Künstlerin Kerstin Schulz und zahlreicher Schwarmkünstler, die bei diversen Sessions ihren Beitrag zum Werk geleistet hatten. Eine kollektive Kunstform wie die Schwarmkunst lenkt die Kreativität der Einzelnen notwendigerweise in bestimmte Bahnen (Bineh), schafft aber auch für viele überhaupt erst den Raum, um Kunst zu produzieren. Für Lia war es eine aufregende Erfahrung, hier auf den Vorarbeiten anderer aufbauen zu können und nicht erst bei Null anfangen zu müssen: „Dadurch kommt man auch auf ganz neue Ideen“. Einfach bleistifthaft eben.
von Kerstin Schulz 18. Februar 2025
Danke an allen fleißigen Helfer der Firma Wedemeyer
von Uli Matthias 6. Februar 2025
Der Workshop an diesem Wochenende stand ganz im Zeichen der Nachbarschaft. Osterode, Ortsteil Lerbach: hier kennt man sich, mehr oder weniger, die Nachbarschaft ist ein überschaubarer Raum mit klaren, eher engen Grenzen, in dem man sich selbst verorten und damit eine verlässliche Basis schaffen kann, auch für die Erkundung scheinbar grenzenloser Welten.
von Uli Matthias 28. Januar 2025
Penvolution-Realität+ weckt offenbar bei vielen Teilnehmenden den kreativen Ehrgeiz, das hat auch der Workshop an diesem Wochenende wieder gezeigt. Sowohl die Arbeit mit den physisch-realen Bleistiften, als auch mit ihren digital-realen Gegenstücken animierte zu ambitionierten Entwürfen und neuen Ideen. Eine Reaktion, natürlich ganz im Sinne der Schwarmkunst, die ja in jedem Menschen kreative Potenziale sieht und einen niedrigschwelligen Zugang zu ihren Angeboten bieten und diese zur Entfaltung bringen möchte. Begabungen und Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern, haben sich auch die Harz-Weser-Werke (HWW) zum Ziel gesetzt (wenn auch mehr mit Blick auf Arbeit und Qualifizierung). An diesem Wochenende trafen die verwandten Ansätze nun aufeinander, als sich eine kleine Delegation der HWW in Lerbach einfand. „Sehr interessant und spannend“ fand Felix, Heilerziehungspfleger bei den HWW, das „Crossover von digitaler und analoger Bauweise“. Er hatte nicht zum ersten Mal eine VR-Brille aufgesetzt und brauchte daher nicht viel Anlaufzeit, um digitale Häuser zu zimmern und Figuren zusammenzustellen.
von Uli Matthias 23. Dezember 2024
Wie wird unser erster Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation verlaufen? Viele Dichter und Denker haben sich mit dieser Frage beschäftigt und dabei vor allem Aufschlussreiches über uns selbst herausgefunden. Würden wir in der Lage sein, die wahren Intentionen von Außerirdischen zu erkennen, die womöglich nach komplett anderen Maßstäben kommunizieren, eine ganz andere Lebensform darstellen und über eine gänzlich andersartige Umwelt verfügen? Und wären wir so mutig, uns dieser Herausforderung zu stellen oder würde uns diese fremde Realität so verunsichern, dass wir jeden Kontakt verweigern?
von Uli Matthias 4. Dezember 2024
Wo liegen die Grenzen des Virtuellen? Und was geschieht, wenn wir diese Grenzen erreichen, womöglich gar überschreiten? Nun, vielleicht ist diese Grenzüberschreitung innerhalb der virtuellen Realität genauso wenig möglich, wie in unserer physischen Welt, aber der Versuch könnte schon zu Grenzerfahrungen führen, wie Lars feststellen musste: „Ich fühlte mich doch immer wieder eingeengt, weil ich ständig an Gitterstäbe stieß“. Ein Phänomen, das allerdings nur auftrat, wenn man sich vor allem realphysisch im virtuellen Raum bewegte und Lars war bei seinem virtuellen Ausflug physisch sehr mobil unterwegs. Das klaustrophobische Gefühl kehrte sich denn auch schließlich geradezu um, wenn er sich innerhalb der VR per virtueller Teleportation fortbewegte. „Bei meiner Rückkehr aus der virtuellen Welt hatte ich das Gefühl, in einen kleineren Raum zu gelangen, vorher war da eine viel größere Fläche“, berichtet Lars.
von Uli Matthias 26. November 2024
Die ersten Schritte in eine neue Welt sind meistens von Unsicherheit begleitet. Wir wollen uns zunächst der Beschaffenheit dieser Welt versichern, suchen nach Vertrautem, registrieren das Fremde, müssen uns orientieren. Wo sind wir gelandet? In Westindien oder doch woanders? Jeder Aufbruch in eine neue Welt fordert unsere Sinne und die Übersetzungsleistung unseres Hirns, das sich aus all dem Neuen ja erst einen Reim machen muss, den es uns vorträgt, in unser Bewusstsein spiegelt: Da sind wir also, in der virtuellen Realität.
von Uli Matthias 20. November 2024
Die unermesslichen Weiten der virtuellen Realität gilt es zu entdecken, vorstoßen wollen wir in ferne Welten, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. So könnten wir diesen Blog beginnen, als kleine Hommage an Star Treck zum Beispiel, als Szenario eines Aufbruchs ins Unbekannte, ins Galaktische. Allein, ganz so hoch hinaus wollen wir (vorerst) nicht, wir bleiben bodenständig und hoffen, dass wir so bald keinen neuen Planeten finden müssen, sondern dass der alte es noch eine Weile aushält, auch wenn die Hoffnung einem in diesen Tagen doch recht schwer gemacht wird. Allerdings, völlig falsch wäre ein solcher Anfang auch nicht oder wie Luther später sagen sollte: „Es war wie ein Traum.
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